Tag 50-72 Istanbul – Sinop – Trabzon – Erzurum

Es geht um meine Etappe von Istanbul, entlang der Schwarzmeerküste, nach Erzurum. Ich wusste ja im Vorraus das die Schwarzmeerküste bergig und zum Teil extrem Steil ist, dass kann ich jetzt auch bestätigen 😀
Aber von Anfang an. Von Istanbul setzte ich von der europäischen Seite mit der Fähre nach Asien über. Von dort besuchte ich noch einen Fahrradladen in Istanbul bevor es dann direkt nach Norden an die Schwarzmeerküste ging. Im nachinein stellte ich fest dass das ein Fehler war, denn zwischen Riva und Sahilköy gibt es nur einen extrem schlechten bergigen Feldweg. So brauchte ich fast den halben Tag um wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Danach setzte ich meinen Weg an der Küste fort.
Im allgemeinen kann man die Schwarzmeerküste zwischen Istanbul und Sinop so beschreiben: Die Berge sind nicht hoch aber zahlreich und die anstiege sind zum großteil steil bis extrem steil. 10% Steigung sind normal. So klettert man also mit dem Fahrrad einen Berg hoch um meist hinter der nächsten Kurve wieder auf Seelevel abzusteigen. Dass wiederholt sich dann die ganze Küste. Vorallem mit ordentlich Gepäck gehen die Steigungen in die Knie, aber alles in allem ist es möglich. Aber es ist anstrengend und man braucht ein bisschen Durchhaltevermögen. Dafür hat dieser Abschnitt viel Steilküste, schöne Strände und gute Aussicht zu bieten. Ab Sinop wird es flach aber dafür gibt es weniger zu sehen. Es gibt sehr viel Haselnussbauern an der Küste und auch der ein oder andere Fischer ist noch anzutreffen. Meist sind die Dörfer nur zur Sommerzeit lebendig, wenn die ganzen Familien mit ihren Kindern an die Küste kommen. Ich bin 3 mal im Meer geschwommen. Das Wasser ist noch ordentlich kalt aber erfrischend.

In der Zeit, als ich an der Küste entlang fuhr, begann auch der Ramadan. Im türkischen Fastenmonat haben viele Restaurants tagsüber geschlossen und die Gläubigen essen und trinken nur zwischen Sonnenuntergang und 3 Uhr am Morgen. Generell sollte man Tagsüber nicht an Orten essen und trinken an denen viele Menschen sind. Es ist zwar nicht verboten, aber einen gewissen Respekt den Fastenden gegenüber sollte man schon haben. In Stätdten wird nach Sonnenuntergang mit einem lauten Knall „Ramadanbomb“ das essen und trinken „freigegeben“. Beim ersten mal kann man sich da schon erschrecken.

Hier meine Highlights an der Schwarzmeerküste:

  • Camping an menschenleerem Strand mit sehr schönen Sonnenuntergang
  • Radeln für 3 Tage mit Robin (NL). Übernachtung am Strand neben Moschee. Zum Tee eingeladen worden inclusive Moscheebesichtigung.
  • Übernachtung am Strand von Akbayir. Von Kaleb zum Tee eingeladen. Den Fischern geholfen die Boote ins Wasser zu lassen.
  • 4 Tage aufenthalt in GerzeVon Semih eingeladen ein paar Tage zu bleiben. 2 Tage auf Fischerboot und 2 Tage bei Semih daheim übernachtet. Ich kenne jetzt die halbe Stadt. Viele nette Menschen kennengelernt. Schöner Ort. Komme auf jeden Fall mal wieder vorbei.
  • Einladung zum Übernachten in Samsun von Erdem. Auch begeisterter Radfahrer. Viel Erfahrungsaustausch und tolles Frühstück 😀

Hinter Samsun habe ich dann 2 taiwanesische Radfahrerinnen getroffen, die in die selbe Richtung unterwegs sind. So beschlossen wir ein bisschen gemeinsam zu fahren. Da deren Visa bald ausläuft haben sie den Bus von Trabzon nach Erzurum genommen. Ich habe mich ihnen angeschlossen da wir gemeinsam durch den „gefährlichen“ Part der Türkei in den Iran fahren wollen. Im Gebiet um Agri und Dogubayazit haben viele schon schlechte Erfahrungen gemacht, so ist es besser wenn man als Gruppe unterwegs ist.

Hier in Erzurum haben wir das Visa für den Iran in ca. zwei Stunden bekommen (nur wenn man im Vorfeld eine Referenznummer über eine Reiseagentur organisiert). Hier haben wir auch noch zwei Radfahrer aus Belgien getroffen.

Von Erzurum geht es dann in den Iran. Bis jetzt war es Spannend jetzt wird es Abenteuerlich 😀

 

2 Kommentare zu “Tag 50-72 Istanbul – Sinop – Trabzon – Erzurum

  1. Janko

    Viel Glück bei dem Turkmenistan-Visum! 🙂
    Hier in Tajikistan habe ich noch keinen getroffen, der es bekommen hat 🙁

    1. Michael Granz Autor des Beitrags

      Ja habe auch von Problemen mit dem Turkmenistan Visa gehört. Ich probiere eine Transitvisa in Tehran zu bekommen. Ich hoffe es klappt. Bin in ca. 10 Tagen in Tehran. Brauche nur 5 Tage Visa. Hoffe es klappt. Das ändert sich so schnell also vielleicht habe ich Glück.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *