Tag 359-375 Hanoi – Vientiane

Wie ging es weiter? – Zuerst einmal haben wir noch auf das Zelt gewartet, welches meine Eltern per Post nach Hanoi gesendet haben. Nach erneutem Nachfragen bei der Post meinte der Beamte, ich solle zum Zoll am Flughafen gehen, um es dort abzuholen. So sind wir also mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Ich zeigte Ihnen die Paketverfolgungsnummer und 20 Minuten später konnte ich das Zelt zusammen mit dem Zoll auspacken. Alles gut. Doch dann der Hammer. Um es anzunehmen muss ich eine Einfuhrsteuer von 22% des Wertes bezahlen. Das macht bei diesem Zelt 75€. Ich konnte auch schlecht sagen, dass es weniger Wert ist, da das Päckchen versichert war und der Wert der Ware außen drauf steht. Einzige Alternative war, das Päckechen zurück zu schicken. Das habe ich dann auch getan. Da wir wahrscheinlich nicht mehr so lange unterwegs sind, wie ich gedacht habe als ich das Zelt bestellt habe und da man in Südostasien sowieso nicht so viel Zelten muss, habe ich mir so etwas Geld gespart. Schade aber nicht zu tragisch. Ich hoffe nur, es kommt heil daheim an.

Eigentlich hatten wir ja geplant, von Hanoi mit Bus oder Zug in den Süden zu fahren. Da die Ticketpreise aber sehr teuer waren, haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, mit dem Fahrrad nach Laos zu fahren. So starteten wir also von Hanoi in Richtung Westen. Wir entschieden uns für den sehr nahe gelegenen Grenzübergang Na Meo. So hatten wir genug Zeit. Wahrend unserem Aufenthalt in Hanoi sind die Tagestemperaturen um fast 10°C gestiegen. So hatten wir Tagsüber 39°C. Auf dem Asphalt fühlt sich das ganze nochmal um einiges heißer an und zusammen mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit fast unerträglich. Es war nicht möglich in der Mittagssonne zu fahren. So machten wir lange Pausen. Zur Erfrischung gab es frisch gepressten Zuckerrohsaft mit Eis. Den Saft gibt es hier überall aber ich hatte ihn zuvor noch nie probiert. Ich muss sagen, dieser Saft schmeckt extrem lecker.

Am ersten Tag, beim verlassen der Stadt Hanoi, hatten wir auch sehr viel Verkehr. Dieser wurde aber zum Glück weniger. Dafür nahmen die Berge zu. 😀 Unser erstes Ziel war das Dorf Mai Chau. Ein sehr ruhiger Ort in einem Tal, mit sehr schönen Reisterassen. Hier war der Reis auch schon gepflanzt und so erstrahlte alles im saftigen grün. Diesen Ort erreichten wir nach drei Tagen. Man könnte um einiges schneller sein, aber die Hitze machte uns sehr zu schaffen. Die Berge sind im vergleich zu anderen Bergen die wir schon gefahren sind ein Witz, aber wie gesagt waren wir durch die hohen Temperaturen sehr langsam. Dort gönnten wir uns einen Tag Pause. Zum Glück kühlte es innerhalb von einer Nacht um 10°C ab. So fühlten sich die 26-30°C schon recht erfrischend an.

Danach ging es in weiteren drei Tagen nach Na Meo, der Ort an der Grenze zu Laos. Es wurde wieder heißer und hügeliger. Auch hier nicht wirklich hohe Berge aber viele kleine steile Anstiege. Ein ständiges auf und ab. An einem Tag war unser Ziel nur 400 Höhenmeter höher gelegen, aber durch das ständige auf und ab sind wir um die 1000 Höhenmeter gefahren. Eine schweißtreibende Angelegenheit.

Landschaftlich war die Strecke aber sehr schön. Viele grüne Reisterassen, schöne Flusstäler und interessante Häuser der Landbevölkerung. Hier sind die meisten Häuser die typischen Tropenhäuser. Es ist nur ein großer Raum auf stelzen, ohne Festerglas. In diesem wird auf dem Boden unter einem Mückennetz geschlafen. Küche ist meistens außerhalb und auch geduscht wird draußen. Oft haben mehrere Häuser eine gemeinsame Wasserstelle.

Die Einreise nach Laos war unproblematisch. Visa gab es an der Grenze. Wir haben allerdings 40$ pro Person gezahlt, wohingegen andere an einem anderem Tag nur 30$ gezahlt haben. Hier wird man oft direkt von den Beamten beschissen. Aber wollte keinen Stress anfangen. Am Ende wird einem noch die Einreise verweigert.

In Laos wurde die Straße um einiges schlechter. Große Schlaglöcher und stellenweise für ein paar hundert Meter nur Schotter. Zudem blieb es hügelig und steil. Manchmal auch extrem steil. An einem Berg musste selbst ich schieben. In der Türkei bin ich 12% Steigung noch gefahren. Hier müssen es mehr gewesen sein. Selbst schieben viel einem schwer, da man auf dem Schotter leicht wegrutschte. Zudem die stetige Hitze.

Am ersten sehr anstrengenden Tag in Laos, erreichten wir am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit, die Stadt Viangxai. Hier machten wir wieder einen Tag Pause. Nicht weit von unserem Gästehaus gab es ein indisches Restaurant. Die Abwechslung im Essen tat sehr gut und es war sehr lecker.

Hier überlegten wir auch wie wir unsere Reise fortsetzen wollten. Ehrlich gesagt sind wir beide sehr Reisemüde geworden. Für das ständige auf und ab in der Hitze haben wir eher weniger Motivation übrig. 😀 Die schöne Landschaft konnte nur zum Teil entschädigen. Speziell Ting, die schon fast 2 Jahre unterwegs ist, hat zum Teil sehr gelitten. Sie kommt zwar quasi aus den Tropen, aber die Hitze liegt ihr genauso wenig wie mir. 😀 So entschieden wir uns noch 30km in die nahe gelegene größere Stadt Xam Neua zu radeln, um dort mit dem Bus in die Hauptstadt Vientiane zu fahren. Man muss sich ja nicht selbst quälen. 😀 Hier sind wir nun. Kühler ist es hier zwar nicht, aber aus den Bergen sind wir schon mal raus.

Wie geht es weiter? Hier in Vientiane besorgen wir uns das Visa für Thailand bzw. Ting braucht ein Visa von der Botschaft und ich bekomme es an der Grenze. Danach müssen wir uns entscheiden, ob wir von Vientiane direkt nach Thailand einreisen (Vientiane liegt direkt an der Grenze), oder ob wir in Laos noch nach Luang Prabang gehen, was das Highlight von Laos sein soll. Von dort könnte man mit dem Boot, auf dem Mekong, nach Nord-West Laos fahren, und dann nach Nord Thailand einreisen. Hier soll es auch sehr schön sein. Aber darüber müssen wir noch nachdenken.

Langsam neigt sich meine Reise dem Ende zu. Ich habe ja geplant von Bankok wieder nach Deutschland zu fliegen. Ich habe zwar noch einige Länder auf meiner Wunschliste, die ich gerne erforschen würde, aber für diese Reise habe ich erstmal genug Eindrücke gesammelt. Die muss mein Gehirn erst mal verarbeiten. 😀 Seit einer Weile fühlt sich das Reise nicht mehr ganz so aufregend an. Es ist eher zu etwas routiniertem geworden, was ein Zeichen dafür ist, heim zu kehren. So werden wir diese Reise, langsam aber sicher, gemütlich ausklingen lassen.

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