Tag 307-340 Pingtan – Guangzhou – Nanning

Diesmal ging es entlang der Ostküste Chinas nach Nanning, wobei wir das Meer eigentlich nur einmal gesehen haben. Die Küste hat viele Inseln und Landzungen. Dadurch ist die durchgängige Küstenstraße mehr im Innland.

Bis auf die Großstädte entlang der Küste ist diese Region touristisch eigentlich nicht erschlossen. Dies auch zurecht. Es gibt nicht viel zu sehen und die Natur ist auch nicht die schönste. Viel Landwirtschaft und Industrie. Somit auch einiges an schwerem Verkehr, Staub und Dreck. Die Natur wäre möglicherweise schön, wenn sie nicht so zerstört wäre.

Es gibt bestimmt auch schöne Gegenden, aber für diese muss man wahrscheinlich weiter ins Hinterland. Da wir möglichst schnell nach Südostasien wollen, sind wir auf direktem Wege nach Nanning gefahren. In der zweiten hälfte dieser Etappe war das Wetter auch feucht und regnerisch. Deshalbt gibt es auch weniger Bilder, aber soviel zum fotografieren gab es ja auch nicht. 😀

Die Straßen waren meist gesäumt von Landwirtschaft, Gärtnereien, Steinmetzen, Fabriken und Kleinstädten. Jetzt weiß ich zumindest wie ein Zimtbaum aussieht, wie Marmorplatten gesägt werden, wie Ziegel gebrannt werden, wie Steinskulpturen gehauen werden usw.

Eingies ist mir dabei aufgefallen:

  • Arbeitssicherheit ist so gut wie nicht vorhanden. Ein Großteil der Arbeit hier wäre in Deutschland so nicht zulässig. Nur ein paar Beispiele: Schweißen/Trennschleifen ohne Brille/Maske, Klettern ohne Sicherung (Bambusgerüst um 8-stöckiges Haus, Gerüstböden sind meist nur 3 Bambusstäbe mit großen Lücken zwischendrin), Stein mit Trennschleifer ohne Maske bearbeiten (habe einige Personen geshen die in einer dichten Wolke aus Steinstaub standen ohne Maske), Staubige Zementsäcke in Lagerhalle verladen ohne Maske, Sägen von Steinplatten ohne Gehörschutz uvm.
  • Helmpflicht gibt es nur in manchen Regionen, dann tragen aber auch nicht alle einen. Dort wo es sie gibt ist alles als Helm zugelassen (Bauarbeiterhelm ohne jegliche Polsterung). Wenn sie einen Helm tragen ist dieser zu 80% offen und würde bei einem Unfall einfach wegfliegen. Da frag ich mich, wenn ich schon einen Helm tragen muss, kann ich ihn doch auch richtig einsetzen oder?
  • Müll ist wirklich überall links und rechts neben den Straßen. Jede Stelle, an der es einen Abhang von mehr als 3m gibt ist gleichzeitig auch eine Müllkippe. Dabei ist auch Spermüll und Fabrikmüll (Stanzreste, haufenweise alte Motorradpolster usw.). In Städten gibt es meistens offene Müllplätze und wenn es mal windig ist, verteilt sich dieser überall. Zudem sind diese Müllplätze meist am brennen. Dass dann die ganze Gegend nach verbranntem Plastik stinkt stört wohl keinen.
  • Für deutsche Verhältnisse sind die Häuser alle hässlich. Zumindes meine Meinung. 😀 Meist ein Betongskelett mit Ziegelsteinwänden und Flachdach. Oft nichtmahl Verputzt. Wenn es am Geld mangelt kann ich das verstehen, aber bei vielen mangelt es nicht am Geld (Mercedes vor der Haustür), trotzem alles billiges Material und hässlich. Alles wirkt improvisiert und gepfuscht. Zudem sind oft alle Fenster vergittert. Das in allen Stockwerken. Von innen wie ein Gefängnis. Im Erdgeschoss könnt ich es als Einbruchschutz verstehen aber sonst? Eher gefährlich wenn man das Haus im Brandfall nicht verlassen kann.
  • In Fabriken wird meist alles per Handarbeit erledigt. Z.B. Die Maschinen zum Herstellen von Betonsteinen und Rohren werden von Hand beladen und entladen. Die Steine Werden von Hand zum trocknen ausgelegt und später von Hand gestapelt. Dann kommt der Lastwagen und tausende Steine werden einzeln von Hand aufgeladen. Paletten habe ich so gut wie nicht gesehen. Wirklich alles wird lose oder als Sackware verladen und entladen.
  • Tierschutz scheint es nicht zu geben. Habe einige Lastwagen voller Wasserbüffel geshen. Diese waren zur fixierung mit einem Seil am Nasenring an die Decke des Lastwagens gebunden. Wenn es da mal holpert ist immer zug auf dem Nasenring. Geschweige denn wenn ein Büffel umkippt. Dann reist es ihm den Nasenring raus. Schweine in kleinen Bambuskörben direkt aufeinander gestapelt. Geflügel wird mit Schnur fixiert und in Kisten gestapelt.
  • Oft bauen irgendwelche Investoren riesige Wohnsiedlungen. Wenn sich keiner dafür interessiert stehen diese leer und vergammeln.
  • Hier in Süd-Ost China gibt es öfter mal Restaurants mit Hundefleisch. Probiert haben wir nicht, haben aber in Restaurants gegessen, die auch Hundefleisch anbieten.

Es gäbe noch eingies mehr zu schreiben aber ich glaube das reicht erstmal. Wie ihr sicher Rausgehört habt, war ich von dieser Etappe nicht sonderlich begeistert. 😀 Aber auch das Gehört dazu. Kann ja nicht immer alles schön sein. In Großstädten treffen nicht alle oben genannten Punkte zu. Es ist um einiges schöner und auch die Müllentsorgung ist besser geregelt. In chinesischen Großstädten gibt es auch wie in Europa riesige Shopping Malls und Straßen mit internationalen Modelabeln. Aber das interessiert uns beide eher weniger. 😀

Interessant ist hier auch, dass die Geschäfte mit allen Mitteln versuchen, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Laute Musik, Angestellte die vor den Läden Kunden „fangen“, lautes klatschen, Werbedurchsagen mit Mikrofon usw. – für mich eher abschrekend als einladend. 😀 Zudem haben die Geschäfte übertrieben viele Angestellte. So warten im Eingangsbereich oft schon 3-4 Mitarbeiter um dich „anzuspringen“. 😀

Naja. Jetzt sind wir hier in Nanning und können uns im gemütlichen Hostel ein bisschen erholen und unser Visa für den Vietnam beantragen. Hatten seit Guangzhou keinen Pausetag mehr. Wenn wir am Montag das Visa beantragen, sollten wir es in 2-3 Tagen haben und dann sind wir in wenigen Tagen im Vietnam.

Wir freuen uns schon und hoffen auf viele schöne Erlebnisse. Das Wetter ist zwar die komplette nöchste Woche regnerisch gemeldet aber wir hoffen das beste.

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