Tag 30-49 Belgrad – Eisernes Tor – Trojan Pass – Istanbul

Nach längerer Zeit ohne Beitrag kommt nun ein größerer. Es geht um die Etappe von Belgrad über Bulgarien nach Istanbul. Auf dieser Strecke war ich nur 2x im Hotel oder Gasthaus, die restliche Zeit wurde gezeltet. Deshalb kam auch längere Zeit kein Statusupdate, da ich nicht so oft Internet hatte.

Während meines Aufenthaltes in Belgrad lernte ich Anton, einen deutschen Radfahrer, kennen. Er ist auch auf dem Weg in die Türkei und so beschlossen wir gemeinsam loszuziehen.
Wir machten uns auf den Weg zum Eisernen Tor. Das ist der Donaudurchbruch durch die südlichen Kaparten. Am nächsten Tag, an der Fähre vor dem Eisernen Tor, trennten sich unsere Wege aber schon wieder, jedoch nicht entgültig, wie sich herausstellte. Da ich kein Bargeld dabei hatte und nicht wusste wie die ATM-Versorgung hinter der Fähre aussah (erst mal viele kleine Orte), fuhr ich 10km in den nächsten größeren Ort um Geld zu holen und einzukaufen. Ich nahm also die Fähre drei Stunden später und fuhr alleine weiter. An dem Tag fuhr ich noch bis kurz vor das Eiserne Tor. Aufgrund der starken Regenfälle gönnte ich mir hier nochmal ein günstiges Zimmer. In der Zeit regnete es jeden Tag mehrmls sehr stark. Sehr wechselhaftes Wetter. Ich hatte aber Glück und fand meistens einen Unterstand.

Auf dem Weg zum Eisernen Tor traf ich wieder einen Radfahrer. Diesmal Christian aus England. Wir beschlossen gemeinsam weiter zu fahren und fuhren letztendlich bis Istanbul zusammen. Das Eiserne Tor ist echt eine der schönsten Strecken am Donauradweg. Hohe Felswände, schöne Natur, 21 Tunnel und einige Steigungen mehr als zuvor. Hinter dem Durchbruch trafen wir auch Anton wieder und setzten unsere Reise erstmal zu dritt fort.

Nach einer Tagesetappe hinter dem Eisernen Tor passierten wir die Grenze nach Bulgarien. Zwei weitere Tage später verließen wir die Donau Richtung Zentralbalkan. In Bulgarien durfte ich dann auch das erste mal meine Uhr um eine Stunde verstellen. Mein Plan war es, in Bulgarien den Trojanpass zu fahren und die anderen schlossen sich meiner Idee an.
Der Donauradweg war sowieso die meiste Zeit weit weg von der Donau und man fuhr so oder so schon die ganze Zeit auf der Straße. Also kann man auch gleich seinen eigenen Weg fahren.

Wenn man nicht die Hauptstraßen nimmt, ist auch fast kein Verkehr. Dafür mehr Schlaglöcher. 😀 Bulgarien hat zum Teil echt miese Straßen. Da gibt es öfter mehr als 20cm tiefe Schlaglöcher. Wenn man da reinfährt, dann fliegt man zwangsläufig hin. Ist aber zum Glück nicht vorgekommen. Ist nur manchmal etwas nervig, wenn man sich zu arg auf die Straße konzentrieren muss und nicht in der Landschaft umherschauen kann.

So fuhren wir gemeinsam bis nach Troja, die Stadt vor dem Trojanpass und hielten uns dort noch einen Tag auf, um Dinge zu erledigen und auf besseres Wetter für die Passüberquerung zu warten. Anton hatte Kontakt zu zwei anderen Radfahrern aus Troja aufgebaut, bei denen er dann übernachtete. So trennten sich hier unsere Wege endgültig und ich fuhr am nächsten Tag mit Christian den Trojanpass. Der Pass hat „nur“ 1630 Höhenmeter und so erreichten wir schon zum Mittag den höchsten Punkt. Hier war es sehr windig und daurch um einiges kälter. Wir hielten uns nur zum Mittagssnack dort auf und rollten dann ins Tal. Der Ausblick von oben war echt sehr schön. (siehe Bilder)

Danach ging es nach Plowdiw. Von dort fuhren wir dann, auf einer größeren Straße, weitestgehend parallel zur Autobahn in die Türkei. Es gab nicht wirklich Alternativen. Die kleineren Straßen verliefen im Zick-Zack und waren extrem schlecht. Es wird dann auch bis Istanbul immer hügeliger. Es geht immer hoch und runter. Im gesamten hatten viele folgenden Tage so viele Höhenmeter wie der Pass. Aber es ist schon nochmal ein Unterschied, ob es immer wieder hoch und runter geht, oder einmal am Stück hoch.

Dann erreichten wir die Türkei. Hier wurden auch dass erste mal Taschen kontrolliert bzw. der Beamte wollte zeigen, dass er das Sagen hat. Er ließ uns einige Taschen öffnen aber schaute nur von oben hinein. Christian stellte fest, dass er für die Türkei ein Visa braucht. Zum Glück gibt es ein „Visa on Arrival“ und so hatte er nach einigem Gefrage, Hin-und-her-Gelaufe und 25€ auch sein Visa im Pass.
So setzten wir unseren Weg auf der D100 nach Istanbul fort. Die D100 ist eine zweispurige Straße, die aber einen breiten Pannenstreifen hat. Anfangs ist diese auch sehr ruhig. Die Straße ist gut zu fahren aber bietet fast keine Abwechslung. In Edirne gab es dann auch die ersten großen Moscheen und türkisches Stadtleben. Wenn man anstatt Glockenleuten den Muezzin rufen hört, stellt man fest, wie weit man schon gekommen ist.

Die Straße führte uns direkt ans Marmarameer. Von dort sind es dann 80km durch komplett städtisches Gebiet, bis ins Zentrum von Istanbul. Die Straße hat sehr viel Verkehr und es verschwindet dann auch der Seitenstreifen. So schwimmt man quasi inmitten des Großstadtverkehrs mit.

Auf dem Weg nach Istanbul, trafen wir auch noch 3 andere Radfahrer. Erst einen Schotten und eine Kanadierin, später noch einen Schotten. Alle ursprünglich allein unterwegs.
So waren wir am Schluss zu fünft unterwegs. Wir fuhren auf der großen Straße bis zum Flughafen und wichen dann auf eine kleinere, direkt an der Küste, aus. Dies passierte alles in einem ziemlich starken Regenschauer, der ca. 1Stunde anhielt. Die kleine Straße hatte zwar nicht weniger Verkehr, aber die Autos fuhren nicht so schnell. Am Ende fuhren wir dann schneller als die Autos, da diese teilweise komplett standen.

Nach einem anstrengenden Tag erreichten wir das Hostel und gingen am Abend noch zusammen weg. Ich habe drei Nächte in einem Hostel in der nähe der blauen Moschee übernachtet, drei weiter in der nähe des Galataturmes. Die Zeit in Istanbul verbrachte ich mit Sightseeing und besuchte Orte wie die Blaue Moschee, Hagia Sophia, Bazar, Galataturm, Galatabrücke, Taksim Platz usw. Zudem hatte ich einige Dinge zu erledigen. Von Istanbul fahre ich dann erstmal alleine weiter. Vielleicht treffe ich ja wieder jemanden. 😀 Habe bis jetzt echt viele Leute getroffen und die Gesellschaft genossen aber ich finde es auch schön, mal wieder meinen eigenen Weg zu finden.

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