Tag 180-194 Murgab – Karakul – Sarytasch – Kaxgar

Pamir Highway Teil 3 und erste Eindrücke von China.

Wir haben also 2 Tage in der Stadt Murgab verbracht und uns ein bisschen erholt und ein paar Vorräte eingekauft. Für deutsche Verhältnisse ist Murgab eher ein kleines Dorf als eine Stadt. Zu sehen gibt es hier nichts interessantes. So setzen wir unsere Reise Richtung Kirgistan fort.

In Tadschikistan lagen noch drei Pässe vor uns, wobei der letzte Pass die Grenze zu Kirgistan ist.

Da wir das Tal verlassen hatte und nun dauerhaft auf über 3600 Metern waren, war es auch Tags eher kühl, zwischen 0°C und 8°C. Zum fahren war diese Temperatur noch angenehm, aber ein oft sehr starker Wind ließ das ganze ungemütlich werden. Nachts wird es hingegen sehr kalt, die meisten Nächte um die -10°C und eine der kommenden Nächte muss fast -20°C gewesen sein.

Nach Murgab geht es erstmal recht flach auf einigermaßen guten Straßen weiter. Das ändert sich dann aber, wenn man anfängt den Ak-Baital Pass hoch zu klettern. Hier wird die Straße wieder schlecht und es wird auch steiler. Der Ak-Baital Pass ist der höchste Pass des Pamir Highways. Die Passhöhe liegt auf 4655m. Hier wird die Luft nochmal spürbar dünner. Da wir schon aber auf einer guten Höhe waren, war es kein großes Problem. Nur der kalte Wind, machte uns zu schaffen. Letztendlich erreichten wir glücklich die Passhöhe.

Danach geht es bergab bis zum Karakul-See und dem Dorf Karakul. In der nähe des Dorfes ist die Straße recht gut, sonst aber eine einzige Holperpiste. Das Dorf ist auch weniger interessant, aber die umliegene Landschaft ist sehr schön. Da der See in einem sehr weiten Tal liegt, gab es hier auch den stärksten Wind bis jetzt. Am Anfang noch im Rücken, später im Gesicht. So kamen wir kaum vorwärts. Zudem war es bewölkt und kalt. Als uns dann, beim fahren das Wasser in der Flasche eingefroren ist, wurde es Zeit unsere Zelte aufzubauen. Es war gar nicht so leicht, einen windgeschützten Platz zu finden. In dieser Nacht hatten wir auch leichten Schnee. Es war aber nicht die kälteste Nacht. Die kälteste nacht hatten wir zwischen Murgab und dem Ak-Baital Pass.

Danach folgte noch ein Pass mit 4232m, bevor es dann zum Grenzpass nach Kirgistan ging. Dieser hat 4282m. Da wir aber schon auf über 4000m waren, stellten diese Pässe kein großes Problem dar. Doch auf dem Weg zum Grenzpass gab es immer mehr Schnee auf der Straße. Zum Teil war die Straße komplett bedeckt, was das fahren sehr schwierig machte. Tajikistan war komplett schneefrei, da es dort sehr trocken ist. Das änderte sich aber bei der Einreise nach Kirgistan.

Die Einreise nach Kirgistan war Problemlos. Wir mussten uns aber ein bisschen beeilen, da wir Sarytasch erreichen wollten. Im Schnee wollten wir nicht unbedingt kampieren. So erreichten wir Sarytasch im Sonnenuntergang bzw. Mondaufgang 😀 siehe Fotos. Dort fanden wir ein günstiges Gästehaus mit Abendessen und Frühstück. Aber sonst hatte das Dorf auch weniger zu bieten als erwartet. So freuten wir uns um so mehr, bald in China zu sein.

Eigentlich wollten wir nur einen Tag hier bleiben, aber als wir am zweiten Tag fertig waren mit packen und Fahrräder richten, war es schon Mittag. Dann lohnt es sich auch nicht mehr loszufahren. Dann, in der Darauffolgenden Nacht, hatte ich die Magenschmerzen meines Lebens. Am nächsten Morgen war es schon besser, aber ich fühlte mich nicht gut. Somit blieben wir noch ein Tag. Dieser Tag wäre der perfekte Tag gewesen. Der Schnee der vorherigen Tage war komplett abgetaut und die Sonne hat leicht geschienen. Kalt war es dennoch. Am nächsten Tag wollten wir also starten, aber in der Nacht gab es wieder Neuschnee. Die Straße war unbefahrbar. So blieben wir insgesamt fünf Nächte in Sarytasch 😀

Dann konnten wir endlich starten. Die Straße war immer noch teilweise schneebedeckt, aber es schneite wenigstens nicht. Nach ca. 20km wurde die Straße wieder unbefahrbar. Komplett Schneebedeckt und die Fahrrinnen der LKW´s vereist. So entschlossen wir uns, die 70km bis zur chinesischen Grenze zu Trampen. Eine gute Entscheidung.  Da auch diese Grenze auf einem Pass liegt, war es ordentlich bergig und selbst die LKW´s mit Schneeketten hatten ihre Probleme. Gegen Abend erreichten wir das Kirgische Dorf Irkeschtam. Das ist der dreckigste Containerhaufen den ich je gesehen habe. Hier verweilen die ganzen LKW Fahrer, da die Grenze nur unter der Woche und täglich nur 6 Stunden geöffnet ist. Das ist mit Abstand der versiffteste Ort den ich kenne 😀 Naja. Wir schliefen die nacht in einem schäbigen Hotel. Aber es hatte ein Heizgerät und war trocken 😀

Dann endlich konnten wir nach China einreisen. An der Grenze bekommt man noch keinen Stempel in den Pass. Nur das Gepäck wird kontrolliert. Danach muss man mit dem Taxi, in eine 140km entfernte Stadt fahren. Dort wird man dann nochmal das Gepäck kontrolliert und man bekommt auch seinen Einreisestempel. Da wir dann schon in der Nähe der Provinzhauptstadt Kaxgar waren, sind wir mit dem Taxi weiter bis dorthin gefahren. Teurer Spaß 😀 man wird genötigt ein Taxi zu nehmen und es steht nur eines zur Verfügung. Der kann dann natürlich verlangen was er will 😀

Angekommen in China.

Wenn man aus dem menschenleeren Bergen kommt, ist China und die Stadt Kaxgar erst mal eine Reizüberflutung. Und das, obwohl der Nord-Westen Chinas im vergleich zun Rest von China Menschenleer ist 😀 Haufenweise Verkehr, vor allem Elektroroller. Hochhäuser, Supermärkte, Straßenstände usw.

Kaxgar ist von der Kultur her wie Zentralasien, mit chinesischen Einflüssen.
Die meisten Menschen hier sind Muslime und sprechen nicht mal chinesisch. Alle Schilder sind hier dreisprachig: Persisch, Chinesisch und Englisch. Der alte und traditionelle Teil der Stadt ist muslimisch, viel Ähnlichkeit mit dem Iran. Lamm, BBQ usw. Mittlerweile bin ich echt müde von dem ganzen Lamm. Seit Iran wird fast nur Lammfleisch verzehrt.

Geht man allerdings in den neueren Teil Kaxgars, kann man alles finden was man begehrt. Hier leben die zugezogenen „richtigen“ Chinesen. Restaurants mit Schweineflisch, riesige chinesische Supermärkte usw. Was man alles im Supermarkt bekommen kann, ist echt abartig 😀 Sämtliche Organe, Schweineohren, Hühnerfüße, Zungen, Schweinenasen, alles fertig zum essen. Hühnerfüße in Snackpackung neben Chips und anderem 😀 siehe Bilder.

Auf dem traditionellen Nachtmarkt bekommt man auch sämtliche Innereien in verschiedener Form als Streetfood. Halbe Schafköpfe, Rinderfüße zum knabbern. Innereiensuppe, Hot-Pot, Nudeln usw. Einiges ist richtig lecker 😀 Ich denke die Bilder sind interessanter. Wir haben uns in Kaxgar erstmal aufs Essen konzentriert. Der Pamir Highway ist echt eine Genusswüste 😀 Nebenher haben wir noch die Stadt besichtigt und den Viehmarkt besucht. Hier sollte man keine Tierschützer hinschicken. Teilweise echt brutal.

Jetzt sind wir also in Kaxgar, bleiben erst mal ein paar Tage und planen unsere weitere Route. Wahrscheinlich fahren wir mit dem Zug bis in die Mitte von China und dann mit dem Fahrrad mehr in den Süden und an die Ostküste Chinas. Von dort wahrscheinlich ein Abstecher nach Taiwan und dann erst Südostasien.

 

 

 

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