Tag 17-29 Bratislava – Budapest – Osijek – Belgrad

So, diesmal eine etwas größere Etappe. Es geht von Bratislava nach Ungarn und über Kroatien nach Serbien.

Von Bratislava nach Györ ist der Radweg echt gut ausgebaut. Er verläuft meist auf dem Damm, aber die Natur ist schön anzusehen.

Diese Etappe fuhr ich noch zusammen mit Cees aus den Niederlanden. Dort traf ich auch zwei Franzosen, die mit ihrem Fahrrad nach Warschau unterwegs waren. Nach einer ausgiebigen Unterhaltung trennten sich unsere Wege aber wieder.

Die zwei Tage von Wien über Bratislava nach Ungarn sind schon ein großer Umbruch. In Bratislava verlässt einen die deutsche Sprache und in Ungarn dann auch der Euro. Auch das Aussehen der Städte verändert sich stark und die Dörfer wirken noch ländlicher.

Von Györ aus, verläuft der Radweg dann auch das erste mal für längere Zeit auf normalen Straßen. Aber der Verkehr hielt sich in Grenzen und im allgemeinen fahren die Ungaren sehr rücksichtsvoll. So fuhr ich über die schönen Städte Tata und Gran nach Budapest.

In Budapest machte ich erstmal 2 Tage Aufenthalt, um diese große Stadt zu besichtigen. Es gibt einiges zu sehen. Die Zitadelle, von der man einen sehr guten Ausblick hat, das Parlament, das Nationaltheater, die Kettenbrücke und einiges mehr. In Budapest war ich zum Teil mit zwei Deutschen unterwegs, die auf ihren Flug nach Georgien warteten, um dort zu wandern. Grüße an euch Janko und Hannes 😀

So verging die Zeit wie im Fluge und es ging dann weiter richtung Süden. So führ ich also auf dem Donauradweg, auch EuroVelo 6 genannt, aus Budapest heraus. Die Beschilderung wurde echt miserabel und so musste ich immer wieder auf mein Handy schauen um zu navigieren. Die Beschilderung bleibt auch so miserabel und wie sich herausstellte, werden auch die Radwege immer schlechter, bis sie dann komplett verschwinden.

Noch in der nähe von Budapest, als ich den Weg mal wieder verloren hatte, traf ich eine andere Radfahrerin, die genauso ratlos in ihr Handy blickte. So beschlossen wir uns gemeinsam auf die Suche zu machen.

Am Ende fuhr ich dann die nächsten fünf Tage, zusammen mit Maaike, über Kroatien nach Novi Sad in Serbien. Sie ist aus England und will in Novi Sad dann wieder richtung Norden nach Finnland fahren. War ein echt schöner Zufall das wir uns getroffen haben. Zwei gleichaltrige, alleinreisende Radfahrer mit der gleichen Reisegeschwindigkeit.

Da das Wetter diese Tage sehr gut war, zelteten wir die 4 Nächte bis Novi Sad. Wir fuhren also Richtung Grenze durch kleine schöne Dörfer und durch schöne Natur. Einige Kilometer vor der Grenze nach Kroatien, führte die Beschilderung des Donauradwegs auf die Straße, weg von dem schönen Radweg, der direkt an der Donau verläuft. Wir schauten auf die Karte und der Weg führte genauso über die Grenze. So entschieden wir uns diesem weiter zu folgen.
Das war ein Fehler. Nach einigen Kilometern wurde der Radweg von Stacheldraht unterbrochen. So mussten wir einige Kilometer zürück und auf die größere Straße fahren um an die Grenzstation zu kommen. Dort wurden auch zum ersten mal unsere Ausweise kontrolliert.

So ging es in Kroatien weiter bis kurz vor Osijek. Dort zelteten wir wieder und hörten dass erste mal nachts Wölfe heulen. Es ist schon ein komisches Gefühl aber auch ein Erlebnis 😀
Ab Osijek gibt es dann keine Radwege mehr. So muss man auf mehr oder weniger stark befahrenen Straßen fahren. An der Grenze von Kroatien und Serbien sind die Spuren des Krieges vielerorts noch zu sehen. Zerfallene Häuser, zerschossene Fassaden und Hinweisschilder auf Minenverseuchte Gebiete.

Für die letzte Etappe hatte Maaike die Idee, durch den Nationalpark Fruska Gora zu fahren. Schöne Natur und auch mal wieder ein paar Berge klangen verlockend und so fuhren wir hinein. Eine im großen und ganzen sehr ruhige Straße und schöne Natur. Leider wurde das Wetter gegen Mittag schlechter und es begann zu Regnen. Es gab viele Stellen, an denen man einen sehr gute Aussicht gehabt hätte, wenn es nicht so diesig gewesen wäre. Aber wir fuhren an diesem Tag durch den kompletten Park und nach einem kleinen Aufenthalt in einem Restaurant und 2 Bier für jeweils 1,20€, fuhren wir die letzten Kilometer nach Novi Sad, in ein zuvor gebuchtes Zimmer. Dabei fuhren wir illegal auf einer Kraftfahrzeugstraße durch einen kleinen Tunnel und dann über die Brücke in die Stadt 😀 War aber bei weitem nicht so gefährlich, da die Straße einen breiten Pannenstreifen hatte, auf dem es sich gut fahren ließ. Die Schilder kamen auch ein bisschen spät und wir hätten im Regen, einen weiten Umweg fahren müssten.

Kurz bevor wir das Zimmer erreichten, ging mein Akku leer und ich wusste nicht genau in welche Straße es ist. Da mein Pufferakku nicht geladen wird, während das Licht an meinem Fahrrad an ist, war auch dieser leer. So musste ich mit meinem Rad noch ein paar Runden fahren, bis ich wieder genug Akku hatte, um die Adresse nachzuschauen. Ein anstrengender Tag mit einigen Höhenmetern war geschafft. Am nächsten Morgen erholten wir uns noch ein bisschen und fuhren dann mittags wieder getrennte Wege. War eine coole Zeit mit Maaike und vielleicht sieht man sich mal wieder.

So machte ich mich am Nachmittag auf nach Belgrad und aus Zeitnot wählte ich den direkten Weg, über eine sehr stark befahrene Straße. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Nur die zum Teil tiefschwarzen Abgaswolken machen einem zu schaffen 😀 zum Glück waren diese nicht so zahlreich. In Belgrad wurde ich herzlich im Hostel empfangen und bekam sogar etwas zu essen. Ich habe hier für zwei Nächte gebucht, um mich noch einen Tag zu erholen und die Stadt anzuschauen. Auf der Fahrt durch die äußeren Stadtbezirke sieht man echt viel Armut in zum Teil slumähnlichen Siedlungen. Lauter Bruchbuden und Rohbauten. In Belgrad lief ich ein bisschen durch die Stadt und besuchte das Militärmuseum in der Festung.

Ein Kommentar zu “Tag 17-29 Bratislava – Budapest – Osijek – Belgrad

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *