Tag 134-151 Taschkent – Samarkand – Duschanbe

So, nun kommt noch mein Update für Usbekistan. Dann bin ich fürs erste wieder „up to date“ mit meinem Blog.

Ich bin also von Tiflis über Almaty nach Taschkent in Usbekistan geflogen. Nachdem ich mein Fahrrad am Flughafen zusammen gebaut habe, bin ich die 4 km zum Hostel gefahren. Dort habe ich auch Ting wieder getroffen. Im Hostel waren wir 2 Tage, um uns nach den Flügen neu zu organisieren und ein paar Sachen einzukaufen.

Das Geld wechseln in Usbekistan ist sehr interessant. Wenn man sein Geld in einem offiziellen Wechselbüro tauscht, bekommt man für 1$ = 3200som. Wenn man auf dem Schwarzmarkt tauscht, bekommt man für 1$ = 6200som. Das ist fast das doppelte.
Ich glaube jeder Usbeke tauscht schwarz, z.B. beim Metzger um die Ecke, der neben Fleischverkauf auch Geld wechselt.

Sehr lustig ist, dass der größte Schein nur 5000som Wert ist. Das ist weniger als 1$. Usbeken haben keine Geldbeutel, sie haben Geldbündel lose in der Tasche. Wenn sie ein Auto kaufen, haben sie säckeweise Bargeld dabei. Da fühlt man sich gleich ein bisschen Reicher, mit einem Stapel Geld in der Tasche.

Auch sehr interessant ist, dass sehr viele Usbeken goldene Zähne haben. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Es ist meist nicht nur einer oder zwei, sondern oft alle sichtbaren Zähne.

So fuhren wir also von Taschkent nach Samarkand. In dieser Stadt gibt einiges zu sehen. Es ist ein sehr alte Stadt auf der Seidenstraße. Viele historische Gebäude. Meist sehr detailreiche Bauten und einige blaue Kuppeldächer. Samarkand ist im Verhältniss zu Taschkent wieder trockener.

Nach einigem Sightseeing und einem Tag Krankheit fuhren wir dann weiter Richtung Süden, da der Grenzübergang östlich von Samarkand schon lange geschlossen ist.

Ich wurde in Usbekistan zwei mal für einen Tag krank. Beides mal Magenprobleme. Dass Essen ist nicht mehr so hygienisch und dass Wasser aus der Leitung sollte man auch nicht mehr trinken.

Hier ist es üblich, dass das Fleisch beim Metzger nicht gekühlt wird. Es hängt oft den ganzen Tag bei mehr als 30°C draußen am Haken. Zudem ist deren essen oft sehr fettig und ölig. Dazu gibts ein süßes Getränk. Ich glaube, es war die Kombination, die mein Magen nicht verkraftet hat. Seit ich diese Kombination vermeide, hatte ich keine Probleme mehr.

Die Strecke von Samarkand bis Duschanbe hatte einige Berge und der Bodenbelag war sehr wechselhaft. Von komplett neuem Asphalt bis Schotterpiste war alles vorhanden. Vor Duschanbe wurde es noch mal extrem trocken. Gefühlt trockener und heißer als im Iran. Duschanbe selbst liegt in einem sehr grünen und wasserreichem Tal.

Der Grenzübertritt von Usbekistan nach Tajikistan sollte auch erwähnt werden. Ich wusste ja, dass dort einiges kontrolliert wird aber die Realität hat es dann noch mal übertroffen.

Zum einen müssen sich Touristen in Usbekistan täglich polizeilich registrieren. Dass übernimmt das Hotel für einen. Bei Radfahrern werden auch Lücken von 72 Stunden zwischen den Registrierungen gedultet. Die Registrierungen müssen bei der Ausreise vorgelegt werden.

Zum anderen hat man bei der Einreise ein Formular ausgefüllt, in dem man sein Bargeld und Wertgegenstände deklariert hat. Dieses muss bei der Ausreise auch wieder vorgelegt werden. Bei der Ausreise darf man nicht mehr Geld dabei haben wie bei der Einreise.

An der Grenze gibt es einen Scanner wie am Flughafen. Es werden alle Taschen durchleuchtet. Danach mussten wir alle unsere Taschen öffnen. Computer, Smartphones und Kamera mussten freigeschaltet werden, damit der Beamte Bilder und Videos überprüfen kann. Da ich wusste, dass diese Überprüfung stattfindet, hat der Beamte nur einen leeren Computer vorgefunden. Meine Reisebilder, Programme und die im Iran kopierten Filme hab ich vorher verschlüsselt. Auf meinem Handy waren auch nur unrelevante Bilder und Videos. Aber da ich ein paar Hundert Bilder und Videos auf meinem Handy habe, war der Beamte eine Weile beschäftigt, bis er es dann aufgegeben hat.

Interessant für die Kontrolleure war auch meine Medizin. Da ich einiges dabei habe, um für alles vorbereitet zu sein, hatten sie einiges zum anschauen. Als sie dann alles ausgepackt hatten, ging die Fragerei los. „For what is this?“ daraufhin antwortete ich „Malaria Prophylaxe“. Da der Beamte fast kein englisch konnte fragte er die gleiche frage erneut. Am ende hatte ich drei große Stapel. Der eine war für Mückenstiche, der ander für Durchfall und der dritte für Kopfschmerzen 😀 Eigentlich ist noch einiges anderes dabei, aber das hat er dann auch nicht kapiert.

Naja. Letztendlich haben sie und dann ausreisen lassen. Die Einreise nach Tajikistan war dagegen unproblematisch.

Gerade sind wir in Duschanbe und machen noch einige Erledigungen bevor es dass in das Pamir-Gebirge geht. Da es hier für die nächsten, vorraussichtlich vier, Wochen nur noch ein paar größere Städte gibt, müssen wir einiges dabei haben. Auch das Fahrrad wurde noch mal überprüft.

Dort wird es dann auch ordentlich kalt. Kann man kaum glauben, da es hier in Duschanbe noch heiß ist. Der höchste Punkt auf dem Pamir ist immerhin 4655 Meter hoch. Dass ist einfach noch mal ca. 1600 Meter höher als die Zugspitze.

Internet gibt es dort auch nicht mehr wirklich. Wahrscheinlich kommt das nächste Update erst aus China. Ich versuche aber, mal ein Lebenszeichen auf meinem Blog zu laden 😀 Bis dann.

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